wA1 Süwag Cup 2026: Jugend-Bundesliga im Blick: TSG Münster testet gegen hochkarätige Konkurrenz
Nach einigen freien Tagen und sportlichen Aktivitäten auf den Beachhandballplätzen der Republik sind die Münsterer Mädels seit Anfang August zurück in der Halle. Dort arbeitet das Team intensiv daran, die Grundlagen für die kommende Spielzeit zu legen und als neu formierte Mannschaft zusammenzuwachsen.
Auf das Trainerteam um Fin Welkenbach und Florian Heinzer wartet dabei eine anspruchsvolle Aufgabe. Unterstützt von Torwarttrainer Tim Albat sowie der neuen Teambetreuerin Mara Flach gilt es, zahlreiche neue Spielerinnen in das bestehende Mannschaftsgefüge zu integrieren und gleichzeitig die Weichen für eine erfolgreiche Bundesliga-Saison zu stellen.
Veränderungen im Kader
Verlassen haben das Team die Jugend-Nationalspielerinnen Emma Althaus (1. FSV Mainz 05) und Jana Skill (HSG Bensheim/Auerbach Flames). Neu im Kader sind Sophie und Marie Bradasch (TSV Pfungstadt), Leni Clemens, Sinja Quade sowie Luna Bansemir (alle TuS Nordenstadt) und Ida Klinkner (TV Idstein/HSG Eppla). Zudem kehren Julia Neumann und Mia Mauch zur TSG zurück. Verzichten muss die Mannschaft weiterhin auf die verletzte Kreisläuferin Sally Terre.
Erster Härtetest beim Süwag Cup
Nach den ersten Trainingseinheiten sowie Testspielen gegen die eigene B-Jugend und die Drittligafrauen des 1. FSV Mainz 05 stand am 23. August mit dem Süwag Cup die erste echte Standortbestimmung auf dem Programm.
Mit dem HSV Solingen-Gräfrath 76 und den HSG Bensheim/Auerbach Flames gastierten zwei ambitionierte Teams in Münster, die ebenfalls in der Jugend-Bundesliga vertreten sein werden.
Schwieriger Auftakt gegen starke Flames
Im ersten Spiel trafen die Münsterer Mädels auf die HSG Bensheim/Auerbach Flames. Dabei kam es direkt zum Wiedersehen mit Torhüterin Jana Skill, die bis vor wenigen Wochen noch das Trikot der TSG getragen hatte. Die Flames traten darüber hinaus mit weiteren Jugend-Nationalspielerinnen an und unterstrichen damit ihre hohen Ambitionen.
Die Münsterer Mädels hatten von Beginn an Probleme, Lösungen gegen die kompakte Bensheimer Abwehr zu finden. Zahlreiche technische Fehler sowie mehrere vergebene freie Chancen verhinderten einen erfolgreichen Start in die Partie. Hinzu kam ein zu langsames Rückzugsverhalten, das die Flames immer wieder zu einfachen Toren nutzten.
Nach der Pause präsentierte sich die Mannschaft der TSG deutlich verbessert. Immer dann, wenn das Angriffsspiel mit Tempo vorgetragen wurde, gelangen gute Aktionen und erfolgreiche Abschlüsse. Zwischenzeitlich verkürzte Münster den Rückstand auf drei Tore. Dennoch verhinderten weiterhin Ungenauigkeiten im Passspiel und eine zu hohe Fehlerquote eine mögliche Wende. Am Ende musste sich die TSG verdient mit zehn Toren Differenz geschlagen geben.
Starke erste Halbzeit gegen Solingen
Nachdem Solingen im zweiten Turnierspiel Bensheim mit 26:25 bezwungen hatte, kam es zum Abschluss des Turniers zum Duell zwischen der TSG Münster und dem amtierenden Deutschen B-Jugend-Meister aus Solingen.
Die Münsterer Mädels zeigten sich von der Auftaktniederlage gut erholt und lieferten eine deutlich engagiertere Leistung ab. Vor allem in der Defensive agierten die Gastgeberinnen wesentlich stabiler und erarbeiteten sich dadurch zahlreiche einfache Tore aus dem Tempospiel.
Zwischenzeitlich führte die TSG sogar mit fünf Treffern. Allerdings verhinderten erneut einige vergebene Torchancen eine noch deutlichere Führung. So ging es lediglich mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel gelang Solingen schnell der Ausgleich. Bis zur 40. Minute hielten die Münsterer Mädels die Begegnung offen und lieferten dem Favoriten einen intensiven Kampf. In der Schlussphase nutzte das Trainerteam die Partie bewusst, um verschiedene taktische Varianten sowie personelle Konstellationen zu testen und die Neuzugänge verstärkt einzubinden. Dadurch litt zwar zeitweise der Spielfluss, gleichzeitig sammelte die Mannschaft wertvolle Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung. Solingen nutzte einige technische Fehler konsequent aus und setzte sich am Ende noch deutlich auf 38:30 ab.
Trotz der Niederlage zeigte sich Trainer Florian Heinzer mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden: „Nach dem Spiel gegen Bensheim haben wir eine ganz andere Reaktion gezeigt. Gegen den amtierenden Deutschen B- Jugend Meister waren wir von Beginn an präsent, haben im Angriff diszipliniert gespielt und mit großer Leidenschaft verteidigt. Besonders gefallen hat mir, wie die Mannschaft füreinander gearbeitet hat. Über weite Strecken waren wir absolut auf Augenhöhe.“ Ausschlaggebend für die Niederlage seien letztlich einige technische Fehler in der Schlussphase gewesen. Dennoch zog Heinzer ein positives Fazit: „Ich bin stolz auf die Leistung der Mannschaft. Das Spiel hat gezeigt, welches Potenzial in diesem Team steckt, aber auch, woran wir in den kommenden Wochen noch arbeiten müssen.“
Wertvolle Erkenntnisse für die kommenden Wochen
Entsprechend positiv fiel auch das Gesamtfazit nach dem Turnier aus. Die Spiele gegen zwei hochkarätige Bundesliga-Gegner haben deutlich gezeigt, wo das Team bereits auf einem guten Weg ist und an welchen Stellschrauben bis zum Saisonstart noch gearbeitet werden muss. Im Fokus stehen insbesondere die Verringerung technischer Fehler, eine bessere Chancenverwertung sowie das weitere Einstudieren neuer taktischer Möglichkeiten. Dazu gehören unter anderem Angriff-/Abwehrwechsel, der Einsatz einer siebten Feldspielerin sowie die Herausnahme der Torhüterin zugunsten eines sechsten Feldspielers bei Unterzahl.
Die nächste Gelegenheit zur Weiterentwicklung bietet sich bereits am 29. und 30. August beim Sauerland Cup. Dort warten mit dem Berliner TSC, der HSG Blomberg-Lippe und dem VfL Bad Schwartau weitere Hochkaräter des deutschen Jugendhandballs auf die Münsterer Mädels.
Der Start in die Jugend-Bundesliga erfolgt anschließend am 13. September 2026 um 15:30 Uhr mit dem Auswärtsspiel in Dortmund. Das erste Heimspiel bestreiten die Münsterer Mädels am 19. September 2026 um 17:30 Uhr gegen Bayer Leverkusen.
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