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wA1: TSG Münster verspielt Fünf-Tore-Führung - Taunusderby endet 27:27

Mit viel Selbstvertrauen aus dem Heimsieg gegen Leverkusen angereist, kehrte die weibliche A-Jugend der TSG Münster am Mittwochabend zwar ungeschlagen vom Taunusderby zurück, wirklich zufrieden konnte mit dem 27:27 (13:10) bei der TSG Oberursel aber niemand sein. Die Gäste ließen über weite Strecken die nötige Konsequenz vermissen, verpassten mehrfach die Vorentscheidung und mussten sich am Ende über einen verlorenen Punkt ärgern.

Vor der gut gefüllten und stimmungsvollen Kulisse in Oberursel entwickelte sich zunächst die erwartete Derbyatmosphäre. Beide Teams starteten sichtlich nervös in die Partie, ehe Marlene Botta nach zweieinhalb Minuten das erste Tor des Abends erzielte und die Münsterinnen in Führung brachte. Dank einer stabilen Abwehrleistung setzte sich die Mannschaft von Trainer Fin Welkenbach schnell auf 3:0 ab.

Ohne die erkrankte Goalgetterin Lena Press fehlte den Gästen jedoch früh die gewohnte Durchschlagskraft im Angriff. Oberursel kämpfte sich zurück und stellte beim 4:4 den Ausgleich her. Die Münsterer Mädels antworteten zwar mit einem erneuten Zwischenspurt und zogen auf 7:4 sowie später auf 12:8 davon, doch bereits in dieser Phase offenbarten sich die Probleme, die sich durch den gesamten Abend ziehen sollten. Zu viele technische Fehler, unnötige Ballverluste und ein oft zu statischer Angriff verhinderten eine deutlichere Führung.

Dass die Gastgeberinnen zur Pause dennoch mit 10:13 zurücklagen, war vor allem Torhüterin Leni Clemens zu verdanken. Die Münsterer Schlussfrau erwischte einen starken ersten Durchgang und entschärfte insgesamt acht Würfe. Immer wieder verhinderte sie mit wichtigen Paraden den engeren Anschluss der Oberurselerinnen.

Direkt nach Wiederbeginn schien die Partie zunächst in die gewünschte Richtung zu laufen. Die Münsterinnen erhöhten binnen weniger Minuten auf 16:11 und lagen damit erstmals mit fünf Treffern vorne. Doch anstatt den Vorsprung konsequent auszubauen, schlichen sich erneut Fehler ins Offensivspiel ein. Fehlwürfe und technische Unsicherheiten hielten die Gastgeberinnen im Spiel.

Hinzu kam, dass die vielen Wechsel und Umstellungen im Abwehrverbund nicht immer die gewünschte Stabilität brachten. Während Oberursel zunehmend Sicherheit gewann, fand der Münsterer Rückraum immer seltener Lösungen gegen die kompakte Defensive der Gastgeberinnen. Immer wieder liefen sich die Angreiferinnen fest oder mussten schwierige Abschlüsse nehmen.

Trotzdem hielt die TSG Münster die Kontrolle lange in der eigenen Hand. Beim 22:18 und später beim 24:22 schien der Auswärtssieg weiterhin greifbar. Doch Oberursel gab sich vor heimischer Kulisse nie geschlagen. Angetrieben vom lautstarken Publikum arbeiteten sich die Gastgeberinnen Tor um Tor heran und wurden für ihren Einsatz belohnt. In der 58. Minute fiel schließlich der viel umjubelte Ausgleich zum 25:25.

Die Schlussphase bot dann alles, was ein Derby ausmacht. Mia Herr, mit zehn Treffern beste Werferin der TSG Münster, brachte ihre Farben erneut in Front, ehe Oberursel umgehend antwortete. Emma Pilz sorgte anschließend mit einem sehenswerten Kempa-Tor für das 27:26 aus Münsterer Sicht. Doch auch dieser Vorsprung hielt nicht. Nur wenig später gelang Oberursel erneut der Ausgleich zum 27:27.

Die Gäste erhielten danach noch die Chance auf den Lucky Punch. Wieder landete der Ball nach einer Kempa-Variante im Tor der Gastgeberinnen. Zum Entsetzen der Münsterer Bank verweigerten die Schiedsrichter dem Treffer jedoch die Anerkennung. So blieb es beim 27:27, das den ersten JBLH-Punktgewinn der TSG Oberursel besiegelte. Die Gastgeberinnen feierten diesen Erfolg entsprechend ausgelassen, während auf Münsterer Seite die Enttäuschung überwog.

Aus Sicht der TSG Münster ist das Remis letztlich eine verpasste Gelegenheit. Über weite Strecken hatten die Gäste die Partie im Griff, konnten ihre Vorteile jedoch nicht in eine entscheidende Führung ummünzen. Zu viele technische Fehler, fehlende Lösungen gegen die Oberurseler Abwehr und eine insgesamt durchwachsene Mannschaftsleistung verhinderten den zweiten Saisonsieg.

Für Münster im Einsatz: Im Tor Leni Clemens (9 Paraden), Ida Klinkner (1). Im Feld:  Jette Rotert, Mia Mauch (1), Marlene Botta (4), Mia Herr (10/4), Carolin Helbig (1), Sinja Quade (2), Aurelia Hecht (2), Maria Bradasch (1), Julia Neumann, Emma Pilz (5/1), Sophie Bradasch (1).

Trainer Fin Welkenbach, Florian Heinzer, Betreuerin Mara Flach.

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Do, 01. Oktober 2026

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