Ein gebrauchter Abend: Die TSG Münster unterliegt im Spiel gegen Saase 3 Leutershausen deutlich
Am achten Spieltag der 3. Liga Südwest war die Spielgemeinschaft Saase3 Leutershausen aus dem Odenwald zu Gast in Kelkheim – ein Gegner, den man bereits in der Saisonvorbereitung empfangen und am Ende mit sechs Toren besiegt hatte. Beide Mannschaften traten als punktgleiche Tabellennachbarn (Platz 3 und 4) an, was ein spannendes Spiel auf Augenhöhe erwarten ließ, zumal die TSG in der Vorwoche beim Spitzenteam in Saarlouis ein starkes Ausrufzeichen gesetzt hatte.
Um es vorweg zu nehmen: Die TSG erwischte einen ganz schwachen Tag und rannte ab der 5. Spielminute einem mehr oder weniger deutlichen Rückstand hinterher. Leutershausen war auf den Angriff der Münsterer bestens eingestellt und machte insbesondere den Rückraumschützen das Leben schwer. Hinzu kamen überhastete Abschlüsse, schlecht platzierte Würfe und ein hervorragend aufgelegter Gästetorwart Jonas Maier. Lediglich neun TSG-Tore aus dem Feld, verteilt auf sieben Torschützen, waren in der ersten Halbzeit die Folge.
In der Abwehr bekamen unsere Jungs zunächst keinen Zugriff auf den robusten Kreisläufer der Gäste, sodass die TSG bereits nach einer Viertelstunde mit fünf Toren zurücklag. Ähnliches hatte die Mannschaft aber auch schon im Testspiel erlebt und in der Saison mehrfach gezeigt, dass sie solche Rückstände jederzeit aufholen kann. Spielertrainer Jonas Ulshöfer nahm dazu den Kreisläufer vom Feld und ließ fortan mit vier Rückraumspielern angreifen. An der Abschlussschwäche und Fehleranfälligkeit änderte dies jedoch wenig, sodass sich die Blauweißen in der Folge zwar zunächst auf zwei Tore heranarbeiteten, um dann innerhalb von zweieinhalb Minuten wieder auf einen Fünf-Tore-Rückstand zurückzufallen. Eine nachhaltige Aufholjagd kam so nicht zu Stande und mit vier Toren Rückstand ging es in die Pause.
Die TSG stellte die Abwehr nach der Pause von einer 5:1 auf eine 6:0-Deckung um, was jedoch ebenfalls keine nachhaltige Verbesserung brachte. Umgekehrt entschied sich das Gästeteam, die Verteidigung von eins-gegen-eins-Situationen deutlich rustikaler und öfter jenseits des Erlaubten zu gestalten. Die Folge waren mehrere von Hektik, Trash Talk, Zeitstrafen und einer roten Karte geprägte Zwischenphasen, die den Spielfluss zusätzlich störten – einschließlich einer veränderten Aufstellung in der „Experten-Ecke“ der Halle. Den Gästen kam dies durch die bestehende Führung eher entgegen als einer nach Lösungen für eine Aufholjagd suchenden TSG.
Gleichwohl hatten die bis zum Abpfiff unermüdlich anfeuernden Zuschauer lange Zeit noch die Hoffnung auf eine Wende. In der Schlussviertelstunde stellte Jonas Ulshöfer die Abwehr auf eine offensive Mann-gegen-Mann-Verteidigung um, die die mit einem personell dezimierten Kader müder werdenden Gäste tatsächlich zu mehr eigenen Fehlern zwang. Aber auch diese Phase konnte die TSG durch eigene Ungenauigkeiten und vergebene Chancen nicht für sich nutzen.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Mannschaft Charakter bewies und sich zu keiner Zeit aufgegeben hat. Ein sich phasenweise abzeichnendes ergebnisseitiges Debakel wurde dadurch vermieden. Liga-Top-Torjäger Patrick Weber hat an diesem Tag zwar keine Tore aus dem Feld, aber mit 5/5 eine hervorragende Siebenmeterquote erzielt.
Richtig gute und richtig schwache Spiele liegen manchmal nur wenige Tage auseinander. In einer leistungsmäßig so konzentrierten Liga sind solche Spiele gegen clevere und engagiert auftretende Gegner nicht zu gewinnen. Aber bereits am nächsten Samstag hat das Team in Opladen gegen eine Mannschaft aus dem Tabellen-Mittelfeld die Gelegenheit, die Scharte auszuwetzen und ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit wieder unter Beweis zu stellen.
TSG Münster: Jepsen (TW), Welkenbach (TW), Gollan (8), Weber (5/5), Fuhrig, Liebeck, Sauer, Lars Zelser (jeweils 3), Ulshöfer, Treber, Winzer Manso (jeweils 1), Fegert, Gerntke, Jockel, Schneider, Nils Zelser
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8. Spieltag in der 3. Liga (Saison 2026/27)
Bittere erste Heimniederlage: TSG Münster verzweifelt an eigener Chancenauswertung und robuster Gäste-Abwehr
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